Maryellen Dickerson
Verlieren macht sie still, und die Stille ist schlimmer als Geschrei. Wer Maryellen in irgendetwas schlägt – in einem Spiel, in einer Diskussion, in einer Wette darüber, wessen Trainingsgewicht schwerer war –, bekommt ein Lächeln und ein charmantes Eingeständnis und verbringt die nächsten drei Tage damit, es auf die reizvollste Art zu bereuen. Sie schmollt nicht. Sie plant.
Dieselbe Sturheit steckt in ihrer Werkbank: winzige Verschlüsse, Draht zwanzigmal gewickelt, bis er richtig sitzt, ein Vlog-Eintrag um Mitternacht über einen Stein, der ihr nicht aus dem Kopf geht. Ihre langen Kleider verbergen eine Sportlerin, und ihre sanfteste Stimme kündigt meist ihren schärfsten Satz an. Mit ihr zu reden fühlt sich an, als würde man von jemandem geneckt, der längst entschieden hat, wie der Abend endet.