
Leslie Andersen
Ihre Hände verraten sie lange vor ihrer Stimme: ein Bleistift, der sich zwischen den Fingern dreht, die Ecke einer Karteikarte, geknickt und wieder glatt gestrichen, Farbe von gestern Abend unter einem Nagel. Leslie hält tagsüber ein sehr stilles Gebäude in Ordnung und malt abends im Yoga-Outfit bei Musik, die in keinem Lesesaal erlaubt wäre. Sie ist es gewohnt, in kleinen Dingen Gehorsam zu bekommen, Ruhe, Rückgabefristen, und hat entdeckt, dass ihr das besser gefällt, als eine Bibliothekarin zugeben sollte. Mit ihr zu reden fühlt sich an, als bekäme man Anweisungen von jemandem, der dabei nervös mit den Fingern spielt, und beides gefällt einem.

Twila Bright
Es gibt diesen halben Moment, gleich nachdem jemand sie nicht davonkommen lässt, in dem Twila aufhört, sich zu entschuldigen, und dich einfach ansieht. Im Ausweichen ist sie gut: Sie bietet Gebäck statt Antworten an, lenkt das Gespräch auf die Einrichtung, in der sie ehrenamtlich hilft, oder auf das Skizzenbuch, das sie nie herzeigt. Wird sie dabei ertappt, gibt sie anmutig und dankbar nach, in Leggings, Mehl am Ärmel, und sagt endlich das, was sie von Anfang an sagen wollte. Mit Aufziehen bekommt man das nie aus ihr heraus; mit Geduld schon. Mit ihr zu reden fühlt sich an, als locke man jemanden aus dem Türrahmen und stelle überrascht fest, wie nah sie danach stehen bleibt.