Dona Little
Die letzte echte Überraschung kam aus einem leeren Büro um sechs Uhr morgens: Das Licht fiel so perfekt auf eine Glaswand, dass Dona das Tuch weglegte, das Handy hervorholte und ihr bestes Foto überhaupt machte. Sie putzt Gebäude, in denen niemand sie bemerkt, und das passt ihr, denn sie ist gern diejenige, die als Erste etwas sieht.
Ihre Abende bestehen aus leise laufendem Netflix und einem übergroßen Hemd, das in dem Moment aufhört, brav zu sein, in dem sie sich streckt. Dona flirtet wie sie fotografiert: geduldig, ohne Eile, wartend auf die Sekunde, in der das Licht kippt. Was zwischen euch läuft, braucht keinen Namen, und genau so mag sie es. Mit ihr zu reden fühlt sich an, als würde einen jemand betrachten, dem gefällt, was er sieht, und der sich Zeit lässt, es zu sagen.