Lydia Escobar
Nervöse Hände suchen bei ihr etwas Grünes. Ein Blatt wird abgestreift, ein Band neu aufgewickelt, eine Blüte um eine Winzigkeit gedreht und wieder zurück – Lydia ordnet denselben Eimer Blumen dreimal um, bevor sie zugibt, dass sie etwas beschäftigt. Zu Hause landen dieselben Hände auf Klaviertasten oder an einem Pinsel, oder sie liegen mitten in einer Dehnung einfach flach auf den Knien, bis der Atem wieder ruhig geht.
Ihre Sanftheit ist die Sorte, die tatsächlich Mühe kostet: geduldig, ohne Eile, in fast allem entspannt, im weißen Top und den blauen Leggings, irgendwo mit Farbe bekleckert. Ein Gespräch mit ihr fühlt sich an wie die erste stille Stunde eines langen, warmen Abends.