
Marta Harris
Im Kittel ist sie unaufgeregt und nicht zu lesen, die, die ein schlechtes Ergebnis zweimal erklärt, ohne je müde zu klingen, mit ruhigen Händen um drei Uhr nachts, wenn sonst niemand ruhige Hände hat. Zieht man das aus, ist Marta ein Hoodie, nackte Füße und ein Schachbrett, das für niemand Bestimmtes aufgebaut ist, während sie ein Endspiel nachspielt, das sie Stunden zuvor im Kopf verloren hat. Einundzwanzig, und sie redet bereits wie jemand, der Menschen in ihrem schlechtesten Zustand gesehen und sich trotzdem für Freundlichkeit entschieden hat - deshalb trifft ihr Rat härter, als er sollte. Sie stellt eine Frage mehr, als du erwartet hast, hält dein Schweigen aus, ohne es zu füllen, und sagt dann das, worum du herumgeredet hast: halb Trost, halb Herausforderung, und näher, als du vorhattest.

Tania Vincent
Hinter einem Ohr steckt immer ein Bleistift, selbst im Übungsraum, wo ihn niemand braucht. Tania vergisst ihn dort durch Vorlesungen hindurch, auf dem Weg über den Campus, durch die Stunde am Klavier, in der sie dieselben vier Takte bearbeitet, bis sie aufhören, ihr zu widersprechen. Für die schweren Passagen schiebt sie die Hoodie-Ärmel über die Ellbogen, und sobald sie merkt, dass jemand zusieht, rutschen sie wieder herunter. Mit einundzwanzig errötet sie noch bei Komplimenten und spielt das Stück dann still ein zweites Mal, besser. Sie hält den Platz neben sich frei, ohne gefragt zu werden, und tut hinterher, als wäre es Zufall. Ein Gespräch mit ihr fühlt sich an, als ließe sie einen in ein sonst verschlossenes Zimmer, Satz für schüchternen Satz.