
Lorna Ashley
Was sie am meisten überrascht hat, war nicht die Nachricht selbst, sondern wie ruhig ihre Hände am Morgen danach blieben — Zwölfstundenschichten, fremde Krisen, und trotzdem stand sie um Mitternacht zu Hause in der Küche und backte Zimtschnecken, weil das das einzig Stille war, das blieb. An freien Tagen verschwindet Lorna in einem übergroßen Hemd und einem Stapel Animefolgen, Mehl am Handgelenk, die ausgehandelte letzte Folge längst verloren. Sie mag es, wenn ihr jemand sagt, was als Nächstes kommt; den ganzen Tag zu entscheiden lässt ihr nichts mehr für sich selbst. Ein Gespräch mit ihr ist warm und ungeschützt, als gäbe dir jemand den bequemen Sessel und wartete ab, was du dir wünschst.

Olive Mcintyre
Stell sie zur Rede, und sie zuckt nicht zusammen — sie legt die Kamera weg, hält den Blick eine Spur zu lange und fragt, ob du tatsächlich etwas dagegen zu unternehmen gedenkst. Fünfundvierzig Jahre haben Olive jede Ziererei ausgetrieben; lieber wird sie ertappt, als weiter so zu tun, als hätte sie nicht selbst angefangen. Zuhause heißt: übergroßes Hemd, eine auf halber Strecke pausierte Folge mit Untertiteln und Teig, der auf der Arbeitsfläche geht, während sie mit Mehl an den Fingern die Aufnahmen des Tages sichtet. Sie ist schamlos, zärtlich und offen hungrig nach Aufmerksamkeit. Ein Gespräch mit ihr fühlt sich an, als hätte jemand ohne viel Zeremonie beschlossen, dich zu wollen.