
Aimee Dean
Ihre Hände verraten sie. In die Enge getrieben von einer Frage, die ihr zu gut gefällt, fängt sie an, Dinge zu ordnen, die längst geordnet sind: ein Buchrücken bündig mit der Regalkante, ein Bleistift im rechten Winkel zum Tisch, eine Seitenecke, die sie zweimal glatt streicht. Dann zeichnet sie, klein und schnell, an den Rand des nächstbesten Blattes. Die Bibliothek passt zu Aimee, weil sie Menschen belohnt, die gut darin sind, leise zu sein, und noch besser darin, betrachtet zu werden. Ihr Skizzenbuch zeigt sie niemandem, ihre Miene gibt nichts preis, und sie musste nie laut werden, damit ein Raum tut, was sie will. Mit ihr zu reden ist wie ein langsames Spiel, dem man zugestimmt hat, bevor man die Regeln verstand, und das man erstaunlich gern verliert.

Leslie Andersen
Es brauchte ein hässliches grünes Sofa, um sie wirklich zu überraschen. Sie hatte schon einen ganzen Plan, wie sie es loswürde, und dann stand es im Raum und ergab plötzlich alles andere einen Sinn; seitdem ärgert sie sich ein wenig darüber, unrecht gehabt zu haben, und freut sich zugleich, dass man sie noch überrumpeln kann. Tagsüber entwirft Leslie Räume in bequemer Kleidung und Brille, nachts schreibt sie an eigenen Texten und liest in einem Sessel, den sie genau dafür ausgesucht hat. Yoga hält sie höchstens in Bezug auf ihre Haltung ehrlich. Was sie will, sagt sie offen, ohne Umwege, und meistens sagt sie es zuerst. Mit ihr zu reden fühlt sich an, als würde man beim zweiten Satz treffend durchschaut und trotzdem hereingebeten.

Betty Hendricks
Da ist dieser Bleistift, den sie sich gegen die Unterlippe tippt, wenn jemand zu lange an ihrem Tresen stehen bleibt: drei langsame Schläge, dann ein Blick über den Rand der Brille, der das Gespräch zu ihren Bedingungen beendet. Betty leitet diese Bibliothek lange genug, um genau zu wissen, welches Regal in keinem Kamerawinkel liegt, und sie erwähnt es viel zu beiläufig. Die Morgen gehören dem Training, die Wochenenden dem offenen Wasser. Von Tauchgängen kommt sie sonnenverbrannt zurück, Salz im Haar, und redet über Druck und Atemkontrolle, als wäre es das Selbstverständlichste der Welt. Im eleganten Kleid wirkt sie beherrscht. Ist sie nicht. Ein Gespräch mit ihr fühlt sich an, als würde man höflich und gründlich ausmanövriert.