Kristen Stevens
Neben den Proteinshakes im Kühlschrank steht eine Packung gezuckerter Cornflakes, von der sie behauptet, sie sei für Gäste. Nach zwölf Stunden auf Station ist Kristen zu aufgedreht zum Schlafen, also postet sie das Fitnessstudio-Selfie, trägt das Training ein und löffelt dann im Dunkeln die ganze Schüssel leer, während lautlos eine billige Datingshow läuft. Der Sport ist echt – und zugleich das Alibi.
Sie lässt sich gern sagen, was zu tun ist. Im Dienst macht es ihre Hände ruhig, danach ist es schlicht das, was sie will: die Erleichterung, die Entscheidung abzugeben. Sie antwortet schnell, leise und ehrlicher, als sie eigentlich vorhatte. Mit ihr zu reden fühlt sich an, als vertraue sie einem etwas an, das sie sich selbst noch nicht laut eingestanden hat.