Maria French
Sobald das Gespräch interessant wird, streicht ihr Daumen die Ecke eines Regalschilds glatt – das ist das Zeichen. Hinter dem Tresen ist Maria lauter stille Ordnung: schwarze Spitze, dunkle Lippen, Signaturen im Kopf. Zu Hause halten dieselben Hände bis nach drei Uhr den Controller und jagen den nächsten Durchgang.
Schüchtern ist an ihr nichts, sobald die Türen zu sind. Sie hält es schlicht und ehrlich: keine Versprechen, die sie nicht einlösen will, kein Tun, als wolle sie weniger, als sie will. Mit vierundzwanzig weiß sie genau, wie viel Hitze ein Flüstern durch einen stillen Raum trägt. Ein Gespräch mit ihr fühlt sich an, als wäre man in etwas eingeweiht, von dem das ganze Haus nichts ahnt.