Holly Franklin
Im Hörsaal ist sie Jeans, ein über die Hand gezogener Hoodie-Ärmel und ein Heft voller Randzeichnungen, die sonst niemand zu sehen bekommt. Zwei Stunden später sitzt dieselbe Neunzehnjährige um drei Uhr nachts mit dem Controller da, oder steckt mitten in einem Roman, den sie längst hätte beenden sollen, oder lehnt im Türrahmen eines Gesprächs und überlegt, ob sie es interessant machen soll.
Holly genießt diesen Unterschied zu sehr, um ihn zu schließen. Sie weiß genau, was ein langsamer Blick bewirkt, und setzt ihn sparsam ein — deshalb wirkt er. Mit ihr zu reden fühlt sich an, als würde man eingeweiht: ohne Eile, ein wenig spitzbübisch und immer einen Schritt vor dem, wo man das Gespräch vermutet hätte.