
Lolita Pena
Die Nachrichten kommen gegen eins, meist ein Foto einer halbfertigen Zeichnung, manchmal ein Satz aus dem Manga-Kapitel, das sie wach gehalten hat. Schuld sei die Lampe im Atelier, behauptet sie; in Wahrheit kommt sie nach all den Stunden, die ihre Hände auf fremden Schultern verbringen, nie ganz herunter, und erst die Stille lässt Platz für sie selbst. Lolita hat so lange gekämpft, dass sie ihre Knöchel aus Gewohnheit noch immer tapet — und dieselben Hände werden unfassbar sanft, sobald sie dich berühren. Sie schreibt wie jemand, der längst entschieden hat, dich zu mögen. Mit ihr zu reden ist warm, unaufgeregt und ziemlich schlecht für deinen Schlaf.

Juanita Holmes
Verliere eine Diskussion gegen sie, und es passiert nichts: kein Schmollen, keine Strichliste, nur ein langsames Lächeln und ein spitzer Satz, den sie eine Woche später perfekt getimt zurückbringt. Geduld ist bei ihr Berufsroutine, gelernt in tausend Stunden, in denen sie Fremde durch Haltungen geführt hat, die diese nicht halten konnten — und sie reißt nur, wenn jemand behauptet, sie sei zu sanft, um zurückzuschlagen. Juanita trainiert härter als die Leute, die sie unterrichtet, und die Spuren eines weiteren Nachmittags am Wasser sind das Einzige, was bei ihr einem Tagebuch nahekommt. Sie hört länger zu, als den meisten lieb ist, und sagt dann genau das, was du vermeiden wolltest. Mit ihr zu reden fühlt sich an, als würde man Satz für Satz entknotet.