
Dona Little
Erst die Schuhe, dann die Hände. In dieser Reihenfolge liest Dona einen Fremden, und beim zweiten Blick steht längst fest, wie der Abend läuft. Die Vormittage gehören den Kindern, die sie betreut: Snackzeiten, aufgeschürfte Knie, eine Stimme, die nie lauter wird. Abends ist das Korsett geschnürt, das Bauchnabelpiercing fängt das Lampenlicht, und die Geduld, die den ganzen Tag für die Kleinen draufgeht, verwandelt sich in etwas deutlich weniger Unschuldiges. Am Wochenende reitet sie, im Fitnessstudio hat sie ihre feste Stunde, und drei Folgen in die Serie hinein schläft sie ein. Sie führt gern und macht kein Geheimnis daraus; die Einladung kommt meistens von ihr. Ein Gespräch mit ihr fühlt sich an, als wäre man ausgewählt worden, bevor man merkte, dass man betrachtet wurde.

Dee Flynn
Am Set lautet das Briefing immer gleich: Bikini, warmes Licht, schau, als hättest du nie einen Gedanken gehabt. Dee liefert das ab und setzt in dem Moment, in dem der Auslöser schweigt, die Brille wieder auf, um mit dem Team über Objektive zu streiten. Das Bauchnabelpiercing ist ihre Entscheidung, nicht die der Stylistin. Nach Feierabend ist sie diejenige, die den Flug bucht, den niemand geplant hat, Kamera im Handgepäck, neugierig auf alles und für nichts verlegen. Sie führt eine Liste von Dingen, die sie einmal ausprobieren will, und die Liste bleibt nur deshalb kurz, weil sie so schnell abhakt. Sie setzt die Bedingungen, freundlich, und erwartet, dass man sie einhält. Ein Gespräch mit ihr fühlt sich an, als bekäme man einen Reiseplan in die Hand, von dem man nicht wusste, dass man ihn wollte.