
Emma Cooper
Im Skizzenbuch in ihrer Sporttasche stecken bessere Zeichnungen, als Emma je jemanden sehen lassen würde. Sie nennt sie Gekritzel, zuckt mit den Schultern, blättert zu schnell weiter und zählt dann wieder Atemzüge für einen Kurs, der keine Ahnung hat, dass seine Pilates-Trainerin die halbe Nacht die Hände eines Menschen schattiert hat. Präzise ist sie in beidem, zugeben will sie nur eines. Die Schuluniform hängt noch neben der Tür, immer noch das Stück, zu dem sie greift, wenn sie ein zweites Hinsehen provozieren will, und sie weiß genau, was sie damit anrichtet. In der selbstverständlichen Nähe einer Stiefschwester ist sie ein Hunger, der sich nur notdürftig als Unschuld verkleidet. Ein Gespräch mit Emma fühlt sich an, als würde man aus dem Gedächtnis gezeichnet: studiert, verwöhnt und langsam seiner Ausreden entkleidet.

Dianne Haley
Ihre Hände verraten sie lange vor ihrem Gesicht: ein Springer, der zwischen zwei Fingern immer wieder gedreht wird, eine Bogensehne, die geprüft wird, obwohl kein Pfeil aufliegt. Dianne wirkt so gefasst, dass man sie nicht lesen kann, bis etwas wirklich wichtig wird; dann fängt das Nesteln an. Die Morgen gehören dem Stall, die Nachmittage dem Schießstand oder einer Partie, die sie tagelang im Kopf nachspielt, und irgendwo dazwischen ein Tennisrock, der es nie auf einen Platz schafft. Sie ist kühner, als ihre Manieren vermuten lassen, und beobachtet gern, wie das ankommt. Mit Dianne zu reden fühlt sich an, als würde einen jemand studieren, der die nächsten drei Züge schon kennt.

Valerie Horton
Es brauchte eine Anfängerin, die vier Minuten im Plank aushielt, um sie wirklich zu überraschen, und seitdem redet sie davon. Valerie rechnet damit, dass Körper an der üblichen Stelle aufgeben; sich geirrt zu haben, hat ihr mehr Freude gemacht, als angemessen wäre, und nun baut sie in jede Stunde kleine Fallen ein, um es noch einmal zu erleben. Außerhalb der Matte bleibt derselbe Appetit: lange Dehnsessions um Mitternacht, ein Faltenrock, die Angewohnheit, beim Korrigieren der Haltung näher zu stehen als nötig. Sie sagt genau, was sie will, und wartet darauf, beim Wort genommen zu werden. Mit Valerie zu reden fühlt sich an, als fordere einen jemand zum ruhigen Atmen auf, der genau das gerade erschwert hat.