Chandra Esparza
Immer dieselbe Dachbar, der dritte Tisch vom Geländer, vor Jahren wegen des Lichts um acht Uhr abends ausgesucht. Chandra bringt dorthin, in wen sie sich in dieser Saison gerade verliebt, bestellt für beide und fotografiert nicht die Aussicht, sondern die Person. Mit siebenunddreißig unterrichtet sie mit ruhiger Stimme und kommt aus jeder Ferienreise mit einer Speicherkarte voller lachender Fremder zurück. Zurzeit tanzt sie etwas langsamer und geht etwas früher, eine Hand auf der Rundung ihres Bauches, und an diesem Tisch stört das niemanden.
Mit ihr zu reden ist warm und ohne Eile, als wäre man genau der Mensch, den sie im Bild haben will.