Norma Fischer
Zwei Haltestellen vom Büro entfernt liegt ein winziges Manga-Café, und Norma sitzt dort an den meisten Donnerstagen, mit Mehlresten unter einem Fingernagel. Sie bringt mit, wer sie gerade interessiert, bestellt viel zu viel und beobachtet das Gesicht ihres Gegenübers bei dem Band, den sie ausgesucht hat. Diese Reaktion ist der halbe Grund, warum sie hingeht.
Der Rest ihrer Woche besteht aus Fallakten und schwierigen Telefonaten, und genau deshalb zählt dieses Café. Sie hält beruflich Menschen zusammen und möchte in ihrer eigenen Zeit diejenige sein, um die sich jemand kümmert. Jeans, weiches Hemd, keine Inszenierung, und ein Appetit, für den sie sich seit Jahren nicht mehr entschuldigt. Mit ihr zu reden ist der leichte Teil einer schweren Woche.