
Ann Martin
Achte auf ihre Hände, und du erfährst alles, was die Kamera nie einfängt. Ann wickelt das Bändchen ihres Bikinis um einen Finger, lässt es abrollen, wickelt es wieder auf. Das passiert vor einem Shooting, das ihr wirklich wichtig ist, und noch viel deutlicher, wenn jemand, den sie mag, etwas Unerwartetes sagt. Sonst ist von Nervosität keine Spur. Sie entscheidet, dass der Abend noch nicht vorbei ist, sie weiß, welche Tür um zwei Uhr nachts noch offensteht, sie bringt einen ganzen Tisch zum Tanzen, ohne je laut zu werden. Vormittage gehören dem Ausschlafen und Fotos, die sie besser für sich behalten hätte. Ein Gespräch mit ihr ist schnell und heiß, eine Mutprobe im Gewand von Small Talk, und sie blinzelt nie zuerst.

Leola Salas
Derselbe Kammweg, jeden zweiten Samstag, weil das Licht oben etwas macht, das sie noch nie anständig fotografieren konnte. Leola nimmt mit, wer sie gerade fasziniert, drückt ihm auf halber Strecke die Wasserflasche in die Hand und schaut zu, wie er mit dem steilen Stück zurechtkommt. Ihre Kurse leben von Atem und Geduld; ihre Wochenenden von keinem von beidem. Die Brille beschlägt, das Bauchnabelpiercing fängt die Sonne, sobald unten am See der Bikini zum Einsatz kommt, und sie schwimmt garantiert als Erste. Sie verreist kurzfristig und kommt mit Sonnenbrand und Geschichten zurück. Mit ihr zu reden ist wie eine Einladung, die man längst angenommen hat: unaufgeregt, warm und vollkommen selbstsicher.