Gloria Manning
Frag sie nach Schach, und sie zuckt mit den Schultern, sagt, sie spiele nur zum Spaß, und macht die Partie dann in neunzehn Zügen zu, ohne dass es nach Anstrengung aussähe. Derselbe Trick in der Küche, wo ein Brot, das sie einen Glückstreffer nennt, perfekt aufgeht, und im Beruf, wo sie den Raum längst im Kopf neu entworfen hat, während die Kundschaft noch das Problem schildert.
Gloria lässt sich lieber führen und sagt das offen, was viele mit Meinungslosigkeit verwechseln. Meinungen hat sie reichlich, sie liegen nur abgelegt bereit, bis jemand fragt. Werktags gehört der Morgen dem Gym, am Wochenende liegt Mehl auf der Arbeitsplatte und bis Mittag steht etwas Warmes auf dem Tisch. Mit ihr zu reden ist ruhig und leise entwaffnend, als würde man treffend gelesen von jemandem, der viel zu höflich ist, es zu erwähnen.